09. Oktober 2009

Großer Bahnhof für Friedemann Liebisch

Aidenbacher Künstler feierte 80. Geburtstag

Eine besondere Geburtstagsfeier mit mehr als 50 Gästen richtete die evangelische Kirchengemeinde für den Aidenbacher Künstler Friedemann Liebisch aus, der seinen 80. Geburtstag feiern konnte.
Pfarrer Roland Thürmel betonte bei seiner Ansprache, dass der Jubilar mit seinen Bildern nicht nur der Kreuzkiche ein unverwechselbares, schönes Gesicht gegeben, sondern sich gleichzeitig auch „ein Stück Unsterblichkeit“ geschaffen habe. Die gleiche Begeisterung für die schönen Bilder kam auch in der Ansprache von Horst Hawranek, dem Vertrauensmann des Kirchenvorstandes, zum Ausdruck.
„Wir Aidenbacher sind sehr stolz darauf, einen so begnadeten Künstler in unserer Gemeinde zu haben“, meinte Bürgermeister Karl Obermeier in seiner Laudatio. Er wünschte dem Jubilar noch eine möglichst lang andauernde Schaffenskraft. Ebenso wie der Rathauschef erinnerte auch Amtsvorgänger MdL Walter Taubeneder an die vielen „Liebisch-Bilder“ im Aidenbacher Rathaus, die den Amtsräumen ihren einzigartigen Charakter geben würden. Für den Passauer Kulturpreis gäbe es kaum einen „würdigeren Kandidaten als Friedemann Liebisch“ - diesen Geheimtipp gab Walter Taubeneder zum Abschluss seiner Ausfüh-rungen den zuständigen Stellen mit auf den Weg.
Mit einem gemeinsamen musikalischen Ständchen bedankten sich die beiden (eigens aus Berlin und Aschaffenburg angereisten) Söhne des Jubilars bei ihrem Vater.
Anschließend erlebten die Gäste den Pantomimen Benedikt Anzeneder aus Erlangen mit seiner „Mimik der Bibel“, in die er auch einige der Kirchenbilder von Friedemann Liebisch mit einbezog.
Geboren wurde Friedemann Liebisch in Neugersdorf in der Oberlausitz als zweiter Sohn eines Scheidereiinhabers. Er erlernte das Schneiderhandwerk und kam 1954 nach Aschaffenburg, wo er noch im gleichen Jahr seiner Frau Ruth das Ja-Wort gab und 1957 die Meisterprüfung in seinem Schneiderberuf ablegte. In Aschaffenburg lernte der zweifache Familienvater Studienprofessor Gunter Ulrich kennen, der ihm bis 1962 Malunterricht erteilte. Nach vier Studien-jahren an der Pariser Akademie (1963 bis 1967) wandte sich Friedemann Liebisch zunächst dem Expressionismus zu, kam über die Neue Sachlichkeit zum Surrealismus und schließlich zum fantastischen Realismus. Seit 1982 ist Friedemann Liebisch freischaffender Künstler und seit 1994 lebt er in Aidenbach.
„Es ist die Kunst, die dich am Leben erhält“, meinte Ehefrau Ruth. Und dass dieses Leben genau aus diesem Grund noch möglichst lange dauert - davon waren die meisten der anwesenden Gäste an diesem Abend fest überzeugt. - eb