28. Oktober 2009

Lebendiges Theater „wia im richtigen Leb’n“

„Der bayerische Protectulus“: eine gelungene Premiere

„Wir spielen zum Vergnügen der Einwohner“ lautet nun schon seit 26 Jahren das Motto der Aidenbacher Theatergruppe „Die vom Reschndobl“. Gemäß diesem Grundsatz kamen die Premierenbesucher des „bayerischen Protectulus“ voll auf ihre Kosten.
Die Darsteller boten überzeugende schauspielerische Leistungen, viel Lob gab es auch für das mit viel Liebe zum Detail geschaffene Bühnenbild sowie die bunte Vielfalt der Kostüme.
Regisseur Christian Biermeier konnte rundum zufrieden sein, weil jeder der sieben Laienakteure bei der Premiere aus sich heraus ging und das Publikum zu viel Spontanapplaus und Lachern animierte. Biermeier selbst musste im letzten Moment aufgrund eines krankheitsbedingten Ausfalls als achter Akteur die Rolle des Viehhändlers übernehmen, innerhalb von drei Tagen den Text lernen und das Theaterspiel einstudieren.
Peter Landstorfer, der bekannt dafür ist, lebensnahe Stücke mit Hintergrund und mit Humor nahe gebrachtem Tiefsinn zu schreiben, bringt mit seinem „bayerischen Protectulus“ eine Komödie von unverkennbarer niederbayrischer Eigenprägung, die den Zuschauer beständig erheitert und zum Lachen bringt.
Bauer Gustl Moarhofer (Max Gimpl) ist im Grunde ein braver, fleißiger Mensch. Nur bei seinen seltenen Ausflügen mit seinem Freund Bartl Brunnleitner (Stefan Rauchfuß) ins Wirtshaus verlässt ihn die Vernunft. Beim Kartenspiel mit Viehhändler Greimoser (Christian Biermeier) verliert er viel, sehr viel. Sehr zum Ärger seiner Frau Vroni (Petra Brunner), die mit aller Kraft versucht, Haus und Hof zusammen zu halten.
Die Einfältigkeit von Moarhofers Magd Sophi (Uli Schütz) und die Naivität von Gemeindediener Blasius (Josef Stockinger) tun ein Übriges dazu. Jetzt kann nur noch der dreizehnte Nothelfer, der bayerische Protectulus (Hans Plattner), helfen.
Landstorfer versteht es, auf einfache Art und Weise, Charaktere scharf und einprägsam zu zeichnen. Und so versteht sich das Stück „wia im richtigen Leb´n“. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Weitere Aufführungstermine: 30. und 31. Oktober, 6., 7. November um 20 Uhr und am 8. November um 14 Uhr beim Kirchenwirt. - eb