Auf schwierige Zeiten stimmte Bürgermeister Karl Obermeier die Aidenbacher am Donnerstag im Rahmen der Bürgerversammlung ein. „Der Spielraum wird geringer, die kommenden Jahre werden nicht leicht sein“, sagte er. Dennoch sieht er keinen Grund zur Sorge: die finanzielle Situation des Markthaushaltes sei geordnet. Und erfreut zeigte er sich darüber, dass Aidenbach aus den Negativschlagzeilen herausgekommen sei und vernünftige Diskussionen im Marktrat wieder möglich wären.
In der gut gefüllten Aula der Hauptschule ging Obermeier zunächst auf die Eckdaten des Haushaltes ein und hob die positive Entwicklung bei der Gewerbesteuer hervor, die inmitten der Krise ihr höchstes Aufkommen verzeichne. Bei den Ausgaben des Vermögenshaushaltes würden die Sanierung der Turnhalle und die energetische Sanierung der Hauptschule kräftig zu Buche schlagen, stellte der Bürgermeister fest, doch mit Blick auf die Verschuldung betonte er: „Alle Kurven gehen in die richtige Richtung. Die Verschuldung nimmt stetig ab.“ Die Gesamtverschuldung liegt derzeit bei 8 Millionen 482 000 Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung bei 2733 Euro.
Die Sanierung der Hauptschule werde freilich in Zukunft den Spielraum der Gemeinde beschränken, machte er deutlich. Dennoch sei der Geldsegen aus dem Konjunkturpaket II, der den Anstoß für die aufwendige Sanierung gegeben hatte, nach wie vor mit einem Sechser im Lotto vergleichbar: „Und die Wertschöpfung bleibt in der Region.“ 4,5 Millionen wird die Gesamtmaßnahme kosten, davon werden 66 Prozent gefördert. Der Eigenanteil der Marktgemeinde liegt bei 1,5 Millionen Euro.
Die Zukunft der Hauptschule steht für Obermeier außer Frage. Zwar sind die Schülerzahlen nach wie vor im Sinken begriffen, doch rüste man sich schon für ein Bündnis mit Ortenburg zur Mittelschule: „Wir haben dafür beste Voraussetzungen!“ Interne Lehrerkonferenzen würden bereits gemeinsam abgehalten, gemeinsame Ausflüge der Schüler beider Schulen finden ebenso statt. Das Betreuungsangebot wird angenommen: sowohl die offene Ganztagsschule, an der die Schüler freiwillig teilnehmen, als auch die gebundene Ganztagsschule, wobei die Klasse den ganzen Tag zusammen bleibt und Unterricht sowie Entspannungsangebote sich abwechseln, finden Anklang bei Eltern und Schülern.
Steigenden Bedarf gibt es beim Kindergarten, den derzeit 79 Kinder besuchen, dazu 19 Schulkinder, die zum Mittagessen kommen. Da die Gemeinden künftig auch Kinder unter 3 Jahren aufnehmen müssen, hat die Verwaltung bereits Planer eingeschaltet, denn der Brandschutz sei nicht in allen Räumen gewährleistet. Die Überlegungen bezüglich eines Umbaus oder Anbaus hängen auch von der Höhe des Zuschusses ab, den sich Bürgermeister Obermeier erhofft: 70 Prozent Förderung wären möglich.
Über das betreute Wohnen für Senioren, das am Freibad entsteht, informierte Obermeier die Bürger ebenso wie über den Stand der Dinge bei der Photovoltaik-Anlage, die auf der Grenze zwischen Aldersbach und Aidenbach angesiedelt wird. Gemeinsam mit dem Aldersbacher Bürgermeister habe man beschlossen, dass der Firmensitz in einer der beiden Gemeinden sein muss, damit die Gewerbesteuer auch dorthin fließe. Zehn Prozent der Gewerbesteuer werde man gleichmäßig auf die Gemeinden aufteilen, die restlichen 90 Prozent werden je nach Stromerzeugung aufgeschlüsselt. Die Frage, wie viel Photovoltaik-Anlagen eine Gemeinde vertrage - drei weitere wurden bereits beantragt - müsse jedoch noch ausführlich im Marktrat diskutiert werden.
Auch die geplante Umgehungsstraße war Thema. Obermeier zeigte sich erleichtert darüber, dass nach langem Ringen eine Trasse festgelegt worden war. Noch sei das Projekt jedoch nicht in trockenen Tüchern. Vielmehr ergebe sich 2010 eine neue Situation, wenn die neu zu bauenden Staatsstraßen noch einmal auf den Prüfstand kämen: „Es kann passieren, dass wir aus der Dringlichkeitsstufe herausfallen.“
Mit einem Dank an alle, die für das Wohl der Marktgemeinde sorgen, von den Mitarbeitern des Bauhofs über die Feuerwehrleute bis hin zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Bücherei, beendete der Bürgermeister seine Ausführungen. Die Besucher zeigten sich damit zufrieden, nur wenige meldeten sich danach zu Wort. Angeregt wurde unter anderem, für Berufstätige einmal wöchentlich oder auch monatlich längere Öffnungszeiten in der Marktverwaltung einzuführen. Dies wird Thema in einer der nächsten Marktratssitzungen sein.

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