Zweistimmige Chormusik, beachtliche Solostimmen und viel schauspielerisches Talent boten der Kinderchor und
der Jugendchor Aidenbach bei der Aufführung des Musicals „Weihnachten fällt aus!“ von Peter Schindler. 500 Zuschauer erlebten bei zwei Vorstellungen ein lustiges und dennoch besinnliches Stück zur Weihnachtszeit mit viel Musik, in dem es zunächst danach aussah, dass Weihnachten in diesem Jahr ausfallen würde.
Mit ihrem Gesang „Aufstehn Herr Schneeweiß, es wird langsam Zeit“ weckt am 1. August die Engelschar den Weihnachtsmann, um mit den Weihnachtsvorbereitungen zu beginnen. Aber Ambrosius Schneeweiß, überzeugend gespielt von Christian Salatmeier, hat keine Lust und will lieber weiterschlafen. „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr“, singt er, „ich kann keine Lebkuchen mehr sehen!“ Er hat die Nase voll vom vorweihnachtlichen Stress und Geschenken, die immer größer werden.
Auch die Engelschar stimmt nach kurzem Zögern zu, das Fest ausfallen zu lassen, da auf der Erde ja sowieso niemand mehr weiß, warum dieses Fest überhaupt gefeiert wird. Mit einem „Weihnachten-fällt-aus-Brief“ werden alle Menschen informiert. Diese singen zunächst geschockt: „Ich fresse einen Besen, haben sie den Brief vom Weihnachtsmann gelesen?“ Doch sie können auch Vorteile darin entdecken. Schließlich muss man dann keine Gedichte mehr lernen, nicht so viel Geld ausgeben und weniger Müll wegräumen.
Mittlerweile ist es 20. Dezember geworden, Herr Schneeweiß liegt auf seinem Sofa und schnarcht, im Engelsfoyer herrscht aufgeräumte Stimmung. Plötzlich fängt eine Gruppe Halleluja-Engel zu frohlocken an. Der Weihnachtsmann erwacht grantelnd: „Aufhören, Schluss mit Singen, ihr wisst doch, Weihnachten fällt aus!“ und legt sich wieder schlafen.
Doch am 23. Dezember bemerkt der Kundschaftsengel beim Blick durch das Himmelsfernrohr, dass eine Familie im Tannenwald - die Mutter scheint schwanger zu sein - den Brief wohl nicht bekommen hat und sich voll freudiger Erwartung auf Weihnachten vorbereitet. Da beschließen die Himmlischen kurzerhand, es doch noch Weihnachten werden zu lassen. Herr Schneeweiß und seine Engel gehen ans Werk, man kann diese Familie doch nicht enttäuschen. Hektisch werden die Hirsche vor den beladenen Schlitten gespannt, noch ein paar Schneewolken draufgelegt und los geht die Reise vom Himmel hoch auf die Erde.
Während das Lied „Kleine Glöckchen klingen leise eine wunderbare Weise“, weihnachtliche Stimmung zaubert, wird der Blick in das Haus der Familie frei. Mit dem neugeborenen Baby ist das schönste Geschenk angekommen.
Ambrosius Schneeweiß und seine Engel stellen zufrieden fest, dass sich die Menschen wieder darauf besonnen haben, warum sie eigentlich Weihnachten feiern. Auch und gerade weil es keine Geschenke gibt.
Seit Juli hatte Gesamtleiterin Astrid Weber wöchentlich mit den Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren geprobt. Mit dem Ergebnis war sie dann mit Recht sehr zufrieden. Ihre professionelle Klavierbegleitung und das gefühlvoll von Wolfgang Grimbs gespielte Schlagzeug führten die jungen Akteure sicher durchs Programm. Unterstützt vom Theaterverein Aidenbach wurde das Musical in Szene gesetzt. Dem Ensemble gelang ein Stück für die ganze Familie, das 500 Besucher an zwei Aufführungstagen begeisterte.

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