11. Februar 2010

Blaue Reflektoren für mehr Sicherheit

Jäger, Gemeinde und Versicherung leisten aktiven Beitrag zu Verkehrssicherheit und Tierschutz

Die örtliche Jägerschaft macht in einem gemeinsamen Projekt mit der Marktgemeinde und der Allianz Versicherung den Straßenverkehr ein Stück sicherer.
Ein Stück Plastik und blaue Reflektorfolie, mehr ist es nicht, aber dennoch sind diese Wildwarnre-flektoren hoch effektiv. Sie reduzieren Wildunfälle bis zu 73 Prozent. Mittlerweile begegnen sie dem Verkehrsteilnehmer an fast jeder viel befahrenen Straße an der Außenseite der Straßenpfosten montiert. Diese Reflektoren verhindern zu einem sehr großen Teil durch ihr für Wild ungewöhnliches Licht, dass dieses bei einem herannahendem Kfz noch kurz vorher die Straße überquert und dabei möglicherweise angefahren wird.
Die Warnwirkung der blauen Reflektoren beruht auf dem Farbsehen oder Farbempfinden der Wildtiere. Diese können nur grüne und blaue Farbtöne wahrnehmen, wobei die Farbe Blau für Wild einen ähnlichen Signalcharakter hat wie Rot für den Menschen. Rot wiederum nehmen die Tiere nur als Grünabstufung wahr. Die Halbkreisform der Reflektoren erzeugt durch die Bewegung der Scheinwerfer des Fahrzeugs zudem einen sich bewegenden Lichtzaun. Und Bewegungen veranlassen Wildtiere immer zu erhöhter Vorsicht.
Im Revierteil Markt Aidenbach konnten die nächtlichen Wildunfallschwerpunkte durch die Zusammenarbeit von Jägern, der Marktgemeinde und der Allianz Generalvertretung Nigl bereits zum Großteil entschärft werden. Jedoch sind immer noch einige Unfallstrecken nicht mit den Reflektoren bestückt. Sowohl Bürgermeister Karl Obermeier als auch Christian Nigl leisteten schnelle und unbürokratische Hilfe und spendeten 27 bzw. 36 der 200 benötigten Wildwarner. „Hier werden nicht nur Personen- und Sachschäden vermieden, sondern es wird auch ein aktiver Beitrag zum Tierschutz geliefert. Denn viele der nachts angefahrenen Tiere werden überhaupt nicht oder erst verspätet der Polizei oder dem Jäger gemeldet und müssen so meist elendig mit schweren inneren Verletzungen am Straßenrand verenden. Das haben auch Gemeinde und Versicherung erkannt“, sagt Jagdpächter Jürgen Stümpfl.
Diese Zusammenarbeit zeige weiterhin, dass Tier- und Naturschutz nicht nur als Almosen an eine internationale Organisation oder eine Großbrauerei funktionieren könnten, sondern dass es auch für jeden Bürger möglich sei, sich direkt und konkret vor Ort, ohne Verwaltungskosten für die heimische Tierwelt zu engagieren.